Burgnamen – ein Stiefkind der Burgenforschung 14 Ägidius Tschudi, Die uralt warhafftig Alpisch Rhetia sampt dem Tract der anderen Alpgebirgen, nach Plinij, Ptolemei, Strabonis, auch anderen Welt und geschichtsch[r]eybern warer anzeygung durch den Ehrnvesten vnd wysen herren, herr Gilg Tschudi von Glariis etc. Basel 1538, B 3. 15 Fortunat Sprecher von Berneck, Rhetische Cronica, oder Kurtze und warhaffte Beschreibung Rhetischer Kriegs- vnnd Regiments-Sachen, Chur 1672, S. 7. Sowohl Razén/ Rhäzüns wie Riom/Reams sind nach Andrea Schorta bis heute nicht befriedigend geklärt (Robert Planta/Andrea Schorta, Rätisches Namenbuch, II, S. 808 bzw. II, S. 812). 16 Schröder, Burgennamen (wie Anm. 2). 17 Adolf Bach, Deutsche Namenkunde, II. Die deutschen Orts- namen, 2, Heidelberg 1954, S. 229–237. 18 Fritz Schnelbögl, Die deutschen Burgennamen. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 19 (1956), S. 205–235. 19 Heinrich Boxler, Die Burgnamengebung in der Nordost- schweiz und in Graubünden (Studia Linguistica Alemanni- ca, 6; Forschungen zum alemannischen Sprachraum), hrsg. von Stefan Sonderegger, Professor an der Universität Zürich, Frauenfeld 1976. Die zweite Auflage erschien als Bd. 2 der Reihe Studia Onomastica Helvetica, hrsg. von Stefan Sonder- egger, Arbon 1990. Da die 2. Auflage von 1990 in geringer Zahl erschienen ist, wird im Folgenden nach der Auflage von 1976 zitiert. 20 Hans Walther, Wehrbautennamen. In: Namenarten und ihre Erforschung. Ein Lehrbuch für das Studium der Onomastik. Anlässlich des 70. Geburtstages von Karlheinz Hengst, hrsg. von Andrea Brendler/Silvio Brendler, Hamburg 2004, S. 427– 468. 21 Heinrich Boxler, Adeliges Selbstbewusstsein und Burgna- men. In: Adelskulturen auf Burgen. Im Auftrag der Deut- schen Burgenvereinigung hrsg. von Joachim Zeune, Redak- tion Martina Holdorf (Veröffentlichungen der Deutschen Burgenvereinigung e.V., Reihe B: Schriften, Bd. 16), Brau- bach 2019, S. 173–181. 22 Duden, Bd. 7: Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache, 5., neu bearb. Aufl., hrsg. von der Duden- redaktion, Berlin/Mannheim/Zürich 2014, S. 161 f. und S. 196. 23 Tatian. Lateinisch und altdeutsch mit ausführlichem Glos- sar, hrsg. von Eduard Sievers, zweite neubearb. Ausg., unver- änderter Nachdr., Paderborn 1960. Im Kapitel 21, 11 über- setzte Tatian zum Beispiel civitas Nazareth mit „burg Naza- reth“. 24 Heliand, Fitte 1, Vers 63 und Fitte 4, Vers 257. Heliand online, Hochschule Augsburg, Heliand. 25 Chartularium Sangallense, bearb. von Otto P. Clavadetscher: 1320 „bi der burk ze Stainach“, Bd. 5, S. 379; 1389 „Der gege- ben ist zue Steinach inn vnnserer vesti“, Bd. 10, S. 60; 1404 „obrenthalb miner burg Stainach“, Bd. 12, S. 617. Heute wird die Ruine bei Steinach (Kt. St. Gallen) als Steinerburg be- zeichnet. 26 U. a. Baldenstein, Ehrenfels, Ober- und Unter-Tagstein, Schauenstein, Haselstein (alle in Graubünden). 27 Weinstein, Rebstein, Grünenstein, Buchenstein, Zwingen- stein, Grimmenstein (im St. Galler Rheintal). 28 Eine Ausnahme macht einzig die Balmburg – Marmels/ Marmorera. Ihr liegt ein Flur- oder Siedlungsname zu Grun- de. 29 Mittelhochdeutsch „ecke, egge“ in der Bedeutung von „Schneide einer Waffe, Spitze, Ecke, Kante“. 30 Gde. Madulain im Engadin, Graubünden. 31 Gde. Bondo im Bergell, Graubünden. 32 Gde. Rothenbrunnen im Domleschg, Graubünden. 33 Der Namenwechsel der Burg Rorschach erfolgte nach dem Einbau einer Burgkapelle, die der heiligen Anna geweiht wurde, als die Abtei St. Gallen die Burg 1449 erworben hatte. Die Iddaburg, ursprünglich Alt-Toggenburg, erhielt ihren Namen wegen der Legende, nach der Graf Dietrich IV. von Toggenburg seine Gattin wegen vermeintlicher Untreue den Berg hinuntergestürzt habe. Die Burg selbst zerfiel im 14. Jahrhundert. Die Heiligenverehrung begann nach Iddas Tod. Seit 1861 ist die Iddaburg ein Wallfahrtsort. Boxler, Burgnamengebung (wie Anm. 19), S. 162. 34 Münstertaler Zivil- und Kriminalstatuten. In: Paul Foffa, Eine historische Skizze, nebst einem Anhang von bezüglichen Urkunden, Chur 1864, S. 95. 35 1228 „Bertoldus de Lobio“; 1259 „Bertoldus ab dir loubvn.“ Chartularium Sangallense (wie Anm. 25), Bd. 3, S. 170 und S. 446. 36 Vgl. Boxler, Burgnamengebung (wie Anm. 19), S. 109. 37 Zu mittelhochdeutsch nît – „feindselige Gesinnung, Eifer- sucht, Missgunst“. Siehe Boxler, Burgnamengebung (wie Anm. 19), S. 196. 38 Gde. Au, Kanton St. Gallen. 39 Gde. St. Margrethen, Kanton St. Gallen. 40 Fabrice Burlet, Das Jahrzeitbuch von Uster (1473), Uster 2014, Fol. 50 r. 41 Vgl. dazu Boxler, Adeliges Selbstbewusstsein (wie Anm. 21), S. 174. 42 Vgl. dazu Heinrich Boxler, Der Name „Frohburg“. In: Werner Meyer, Die Frohburg. Ausgrabungen 1973‒1977 (Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittel- alters, Bd. 16), Zürich 1989, S. 89–91. 43 Gde. Haldenstein, Graubünden. 44 Gde. Freienstein-Teufen, Kanton Zürich. 45 Andrian (Gde. Eppan), Südtirol. 46 Boxler, Burgnamengebung (wie Anm. 19), S. 224. 47 Im untersuchten Gebiet sind das beispielsweise die Burgen Manegg (die Burg der Familie Manesse), Meiersberg, Bom- merstein, Heinzenberg und Eppenstein. 48 Regesta Imperii. Die Regesten des Kaiserreichs unter Kaiser Karl IV. 1346-1378. Aus dem Nachlass Johann Friedrich Böhmer’s, hrsg. und ergänzt von Alfons Huber, Innsbruck 1877, S. 271. 49 Heinrich Boxler, Von der Burg zum Schloss, Ein Beitrag zur Unterscheidung von Burg und Schloss aus der Sicht der Burgnamenforschung. In: Mittelalter, Moyen Age, Medioevo, Temp medieval, 2023/4, S. 162–170. 50 Werner Meyer unterscheidet im „Historischen Lexikon der Schweiz“ Burg und Schloss nach ihrem Aussehen mit folgen- den Worten: „In der modernen Fachterminologie bedeutet Burg den mittelalterlichen Wehrbau, Schloss den neuzeitli- chen Herrensitz ohne ausgesprochenen Wehrcharakter.“ In: Historisches Lexikon der Schweiz, Bd. 3, Basel 2004, S. 81. Burgen und Schlösser 1/2025 15